"Und dann fängt auf einmal diese krasse Aggression an." // SPD fordert Aufklärung ...

Schülerproteste gegen Abschiebung in Nürnberg

"Und dann fängt auf einmal diese krasse Aggression an." 
Theresa*, 22, war unter den SchülerInnen, die gegen die Abschiebung ihres afghanischen Mitschülers Asef N. protestierten. PULS hat sie vom Chaos in Nürnberg erzählt und wie sie das harte Vorgehen der Polizei selbst erlebt hat.

PULS: Theresa, wie hast du denn gestern überhaupt Wind von der Sache bekommen? Wie hat das alles angefangen?

Theresa: Im Prinzip war das kompletter Zufall. Wir waren in unserem Klassenzimmer und eine Freundin, die zu spät war, hatte mitbekommen, dass Asef auf dem Gang von zwei Beamten mitgenommen wurde. 
Wir sind dann aus unserem Klassenzimmer raus und haben sie gesehen – die haben ihn relativ schnell weggebracht. Wir wussten zuerst gar nicht, was wir machen sollen. Wir hatten aber vorher schon viel über das Thema Abschiebungen geredet und waren uns einig, dass wir damit gar nicht einverstanden sind. 

Und was habt ihr dann versucht, wie ist es weitergegangen?

Ich hab das Polizeiauto schon gesehen, als ich zur Schule gegangen bin. Da sind wir dann hingerannt und haben auf die Polizei und Asef gewartet. Wir wollten das alles wenigstens dokumentieren, damit es nicht ungesehen passiert. Die Polizisten haben Asef dann ins Auto gebracht und irgendwann ist es so aus der Situation heraus entstanden, dass wir uns vor das Polizeiauto gesetzt haben. 
 
Das sind jetzt alles Infos, die wir so noch nicht kennen. Wir kennen nur die Bilder von Polizisten mit Schlagstöcken und Pfefferspray. Wie ist es denn eigentlich so weit gekommen? 
  
Hier das komplette Interview mit der Schülerin von puls >> 
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Horst Arnold SPD


Kritik nach Abschiebeversuch in Nürnberg SPD fordert Aufklärung 
Nach dem Polizeieinsatz an einer Nürnberger Berufsschule fordern SPD-Abgeordnete Aufklärung von Joachim Herrmann (CSU). Der Innenminister sei der Öffentlichkeit Antworten schuldig, sagte der mittelfränkische SPD-Politiker Horst Arnold dem BR. Die Lage in Nürnberg war gestern eskaliert. Als die Polizei einen Afghanen während des Unterrichts abholen wollten, kam es zu Tumulten, Verletzten und Festnahmen.


Der SPD-Politiker Arnold betont, er wolle unter anderem wissen, warum die Festnahme eines 20-jährigen Afghanen, der abgeschoben werden soll, während der Schulzeit durchgeführt wurde. Maßnahmen wie Abschiebungen dürften nicht in die Schulen hineingetragen werden, sagte Arnold dem Bayerischen Rundfunk. Warum habe die Schulleitung nichts dagegen unternommen oder versucht, deeskalierend zu wirken? Arnold und auch die SPD-Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann verlangen außerdem eine Erklärung, warum bei dem Einsatz Pfefferspray verwendet wurde. 
Hier nun der gesamte Artikel vom BR vom 01.06.2017 >>> 

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Anmerkung >> Der afghanische Schüler wurde dann vom Gericht wieder nach Hause geschickt. Es läge keinerlei Veranlassung vor, den jungen Mann in Haft zu behalten, so die Aussage des Gerichts. 
Horst Berndt am 05.06.2017 
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Petition des Flüchtlingsrats NRW
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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Deutsches Grundgesetz.

Kommentare

  1. Der Ablauf dieses Deportationsversuches ist schon schlimm genug. Aber Innenminister Herrmann tritt nach.
    Er erfindet eine Geschichte, die in krassem Widerspruch zu den Aussagen der Augenzeugen und all derjenigen steht, die den jungen Afghanen seit langem kennen und betreuen. Sie entlarven die Herrmann-Geschichte als das, was sie ist: eine bewusste, gezielte Verleumdung aller Beteiligten, allen voran des Flüchtlings.
    Früher konnte man sich über Verleumdung, Rufmord, üble Nachrede usw. locker hinwegsetzen nach dem Motto: Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anpinkelt. Heute, im Zeitalter alternativer Fakten, ist das nicht mehr möglich. Lügen verbeiten sich in Windeseile; sind sie erst einmal in der Welt, werden sie zum Faktum. Beweise wie Videos, Fotos usw. sowie Gegendarstellungen helfen wenig; in der Öffentlichkeit entsteht die Haltung: "Der eine sagt so, der andere so", und geglaubt wird das, was ins eigene Weltbild passt.
    Vor diesem Hintergrund sind die Lügen des Bayernministers fatal. Er geriert sich als gefährlicher Brandstifter zu Lasten unbescholtener Flüchtlinge. Da er bekannt ist als jemand, der diese ohne jegliches Gewissen in den Tod zu deportieren bereit ist, muss von ihm noch einiges an Schurkereienee erwartet werden.

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