Bivsi und Familie- Abgeschoben nach 19 Jahren in Deutschland // Video von der Demo am 10.06.2017 in Nürnberg // Pouya - die perfekte Besetzung


Abgeschoben nach 19 Jahren in Deutschland


Bivsi in Deutschland geboren 
In Deutschland geboren und aufgewachsen, dennoch abgeschoben. So geht es der 14-jährigen Bivsi, Tochter von nepalesischen Eltern. Der Grund: Das Asylverfahren ihrer Eltern hat 19 Jahre lang gedauert. Ob auch für Bivisi das letzte Wort gesprochen ist?

Hier der Link zum ZDF-Video über Bivsi (2min.) >>>
Abgeschoben nach 19 Jahren in Deutschland / ZDF vom 09.06.2017


Am 12.6.2017 wird es eine Demo in Duisburg  dazu geben:

Details zum Aufruf zur Demonstration 
„Wir wollen Bivsi zurück!“ 
am 12. Juni, 16:00 Uhr.

Am 29. Mai sind Bivsi Rana und ihre Familie nach Nepal abgeschoben worden – ein Land, das Bivsi zuvor nie gesehen hat. Wir, die Schülerinnen und Schüler des Steinbart-Gymnasiums, sind noch immer schockiert über das brutale Vorgehen der Behörden. Wir verstehen nicht, dass unsere Freundin und Mitschülerin aus ihrem gewohnten Leben gerissen wurde. Wir wollen, dass Bivsi und ihre Familie nach Duisburg zurückkehren können! Deshalb fordern wir von allen Verantwortlichen in Duisburg, Nordrhein-Westfalen und auf Bundesebene, alles zu tun, um ihre Rückkehr zu ermöglichen. Wir geben keine Ruhe, bis Bivsi und ihre Familie nicht zurück in Duisburg sind!

Wir rufen deshalb alle auf, die sich für Bivsi und ihre Familie engagieren wollen, 


am kommenden Montag, 12. Juni, 
friedlich unter dem Motto 
„Wir wollen Bivsi zurück!“ zu demonstrieren. 
Die Demonstration startet 
um 16:00 Uhr 
am Steinbart-Gymnasium und endet 
um ca. 18:00 Uhr 
am Rathaus der Stadt Duisburg.

Alle, die sich für Bivsi und ihre Familie einsetzen wollen, sind herzlich eingeladen. Partei- und Vereinsfahnen sind nicht erwünscht. Menschen, die sich entgegen den Zielen der Demonstration verhalten, werden von der Versammlung ausgeschlossen.

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Stellungnahmen von Schülerinnen und Schülern / Reden von Aktivisten und von Axel Schweiger zum Thema

Axel Schweiger / Schatzmeister in der Partei / mut

Hier der Link zum Video von Lothar Oehlen >>> 


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Die perfekte Besetzung
Die Münchner Schauburg zeigt Rainer Werner Fassbinders „Angst essen Seele auf“ im Abraxas. Am Ende wird heftig geklatscht. Vor allem für den Hauptdarsteller – Ahmad ShakibPouya aus Afghanistan Von Miriam Zissler



Pouya als Ali in Angst essen Seele auf
Wegen dieser Rolle durfte Ahmad Shakib Pouya nach Deutschland zurückkehren: Er spielt Ali in Fassbinders „Angst essen Seele auf“.


George Podt, Intendant der Schauburg, hört nach dieser Saison nach 27 Jahren am Kinder- und Jugendtheater der Stadt München auf und geht in den Ruhestand. Der Intendant mit der längsten Amtszeit in der Landeshauptstadt macht dies mit einem Statement. Mit der Besetzung des Afghanen Ahmad Shakib Pouya als Ali in Rainer Werner Fassbinders„Angst essen Seele auf“ wollte er ein „gesellschaftliches Zeichen“ setzen. „Dass sich die Menschen nicht unterkriegen lassen dürfen“, sagt er nach der viel beklatschten und bejubelten Vorführung des Stücks im Augsburger Abraxas-Theater.



In Fassbinders filmischem Melodram entwickeln eine Frau jenseits der 60 und ein junger Marokkaner Gefühle füreinander, heiraten, kämpfen gegen offen ausgetragene Widerstände in ihrem Umfeld an, ertragen üble Lästereien und straucheln schließlich über den vielen Kleinigkeiten des Alltags....



Der Film erschien 1974 und sorgte mit seinen Tabubrüchen für Furore. Doch die Thematik, die Angst vor dem Fremden, die Unbekanntheit und Unerfassbarkeit, die Ambivalenz zwischen Faszination und Furcht, hat auch im Jahr 2017 an Aktualität nicht verloren. Für Intendant und Regisseur George Podt war Pouya die perfekte Besetzung des Ali. 

Perfekt im doppelten Sinn: Denn durch das Engagement des 33-Jährigen, der über fünf Jahre in Augsburg gelebt hatte und im Januar, um seiner Abschiebung zuvorzukommen, nach Afghanistan ausreisen musste, konnte dieser wieder nach Deutschland einreisen. Über Monate hinweg hatten sich Freunde, Wegbegleiter und Politiker für den sehr gut integrierten Afghanen eingesetzt. 

Medien aus ganz Deutschland hatten über den Fall Pouya berichtet, der sich über Jahre hinweg im Augsburger Grandhotel Cosmopolis engagierte, minderjährige Flüchtlinge als Dolmetscher unterstützte, Schulkindern in dem Theaterstück „Rotkäppchen auf der Flucht“ erklärte, was es bedeutet, zu fliehen, und am Ende doch kein Bleiberecht erhielt. „Mehr kann ich nicht machen“, sagte Pouya damals.

Andere engagierten sich für ihn, während er in Kabul saß und auf gute Nachrichten aus Deutschland wartete. Der Arbeitsvertrag der Schauburg sicherte ihm ein Visum – vorerst bis zum 2. August – und ermöglicht ihm nun, seinen Leidenschaften nachzugehen, dem Schauspiel und der Musik. Zwar habe ihm George Podt noch „viel beibringen“ müssen, mit dem Resultat ist der Regisseur aber mehr als zufrieden. „Er ist sehr ehrgeizig. Er hat sehr diszipliniert gearbeitet und macht seine Sache super.“

Schnell ziehen Pouya als Ali und Ilona Grandke als Emmi Kuowski die Zuschauer in der schnörkellosen Inszenierung in ihren Bann. Ein Tischharmonium, einige Klapp-stühle und Tische reichen den fünf Schauspielern, um die Geschichte dieser Liebe, die nicht sein soll, zu erzählen. Ein gemeinsames Leben in Freiheit und Glück hat sich Emmi für sich und Ali gewünscht, doch ein Magendurchbruch Alis macht diesen Traum zunichte.

Im Gegensatz zu Fassbinders Film endet die szenische Darstellung von George Podt nicht mit dem großen Paukenschlag. Muss sie auch nicht: Die ausgelebte Fremdenfeindlichkeit von Nachbarn, Kollegen und auch Familienmitgliedern hat schon während des 90-minütigen Stücks für genügend Beklemmung gesorgt. „Angst ist nicht gut. Angst essen Seele auf“, sagt Ali. Unweigerlich denkt der Zuschauer darüber nach, wie viel Angst der Hauptdarsteller selbst ertragen musste.

Pouya selbst gibt sich nach dem Stück, umringt von zahlreichen Augsburgern, die ihn drücken und beglückwünschen, optimistisch. Er sei gerade im Gespräch mit dem Gärtnerplatztheater. „Dort könnte ich in einem Projekt Schulkindern afghanische Volksmusik vorstellen“, sagt er. Mit zwei anderen Theatern führt er ebenfalls Gespräche und hofft, dass er durch einen weiteren Vertrag auch das Aufenthaltsvisum verlängern kann. Daneben arbeitet Pouya gerade an einem Musikalbum, das er bald veröffentlichen will. 

Für ihn hat sich viel verändert. „Egal ob in Hamburg am Bahnhof oder in München im Restaurant oder der Straßenbahn – überall erkennt mich jemand und spricht mich auf meine Geschichte an“, sagt er.

Die Anteilnahme an seinem Schicksal ist groß. Das merkt auch George Podt. „Alle Vorstellungen sind ausverkauft. Es kommen Besucher aus Bayreuth, Landsberg und vielen anderen Städten in die Schauburg, die zuvor noch nie da waren.“ Er hätte 30 weitere Termine ansetzen können und es wäre 30 weitere Male ausverkauft gewesen, ist er sich sicher. Das freut ihn. Am 19. Juni fällt für das Stück der letzte Vorhang. Es wird auch der letzte für Intendant Podt sein.

Viele Leser werden sich sehr gut erinnern können ....... 

Wenn ich diesen Artikel hier mit Freude lesen darf, bekomme ich immer noch Gänsehaut. Viele der Leser werden wissen, warum! 

Gegen alle staatlichen Hürden, die vorhanden waren und bzgl. anderer Hilfsbedürftiger Menschen auch immer noch vorhanden sind in Deutschland, wurde es in einer gemeinsamen Anstrengung geschafft, dass Pouya, wie er genannt werden will, wieder nach Deutschland zurückkehren konnte. Am Ende war es ein Künstlervisum, dass es klappte, aber Pouya hat auch sehr schnell bemerkt, wie groß die Unterstützung in der deutschen Zivilgesellschaft war und ist. 

Für alle Leser, die nicht wissen, warum dieser Blog hier eigentlich entstanden ist, ja, -- genau, wegen Ahmad Pouya, die Kabarettisten aus > DIE ANSTALT< gaben einen Hinweis in die Fan-Club-Gruppe und nun sind wir schon fast 500 Unterstützer in der FB-Gruppe > Pouya ist willkommen. Der Blog kam dann kurze Zeit danach dazu. Was Kabarett und Kabarettisten mit einer Haltung doch alles bewirken können. 

Mittlerweile setzen wir uns für sehr viele Einzelfälle ein und berichten im Thema täglich. 
Horst Berndt Juni ´17 

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Petition des Flüchtlingsrats NRW
Unterschreiben! Teilen! 
Bekannt machen! Zeichen setzen!
  

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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Deutsches Grundgesetz.
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Die Würde wurde in den letzten Tagen auch von Schülerinnen und Schülern einer Nürnberger Berufsschule verteidigt. 

Hannes Jaenicke sagte in einer NDR-Talkshow, das Bundesverdienstkreuz sollten die Schülerinnen und Schüler dieser Schule kollektiv erhalten.

Horst Berndt Juni ´17 

Kommentare

  1. Stellt euch vor, zu Hause steht das Mittagessen bereit, ihr wartet auf eure Kinder. Die kommen aber nicht mehr, weil sie von der Polizei, deinem Freund und Helfer, soeben in der Schule verhaftet und direkt in ein ihnen vollkommen fremdes Land deportiert wurden...
    Wenn ihr eure Kinder wiedersehen wollt, müsst ihr ebenfalls auswandern - natürlich auf eigene Kosten.

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